Wenn die Bienen sterben – Gespräch mit Markus Imhoof auf Deutschlandradio Kultur

 

morethanhoneyBeitrag auf Deutschlandradio Kultur mit Markus Imhoof dem Regisseur von ‚More than Honey‚.

Sie sind unser drittwichtigstes Nutztier, ohne ihre Bestäubung gäbe es kaum Gemüse oder Obst: die Bienen. Doch in den letzten Jahren mehren sich die Nachrichten über ein weltweites Bienensterben. Die Bienenvölker in Europa und den USA sind in bis zu 30 Prozent zurückgegangen. „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“, soll Albert Einstein einst gesagt haben.

Zum Radiobeitrag

Aktion bei Change.org: Neonicotinoide in Pestiziden verbieten

Aktion der Plattform change.org die sich gegen die Verwendung von Neonicotinoiden in Pestiziden wendet. Erst vor wenigen Tagen wurde von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) auf den Zusammenhang dieser Pestizide mit dem Bienensterben hingewiesen. Die Petition wendet sich an die Bundesverbraucherministerin Aigner.

Zur Petition

 

Aus dem Petitionstext: Bienen auf der ganzen Welt sterben. Ihr Verschwinden bedroht unsere Nahrungskette und die natürliche Vielfalt. Eine der Ursachen: giftige Pestizide, in denen sogenannte Neonikotinoide enthalten sind. Am 31. Januar könnte die Europäische Kommission diese giftigen Stoffe verbieten. Wir müssen schnell handeln.

Zum ersten Mal hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in einer Studie bestätigt, dass der Einsatz von Neonikotinoiden mitverantwortlich für das Bienensterben ist! Eine Meinung, die wir Imker, Bürger und Verbände schon lange vertreten.

Im Verdacht hat die Aufsichtsbehörde Insektizide des deutschen Herstellers Bayerund des Schweizer Syngenta-Konzerns. Die EFSA warnt ausdrücklich vor den Gefahren für Bienen durch die drei Insektizide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam.

Rund ein Drittel der globalen Lebensmittelproduktion und wahrscheinlich zwei Drittel der wichtigsten Nahrungspflanzen sind von Bestäubern wie Bienen abhängig.

Doch unter dem Druck der Pestizid-Industrie könnten die europäischen Behörden beschließen, dem Rat der EFSA nicht zu folgen und kein vollständiges Verbot dieser Pestizide beschließen.

Frühere Beiträge auf der Honigpumpe:
EFSA: Bayer und Syngenta mitverantwortlich für das Bienensterben
BAYERS HEILE BIENEN-WELT

EFSA: Bayer und Syngenta mitverantwortlich für das Bienensterben

industrieagrarflächenLändliche Idylle westlich von Erding, Quelle: Google Earth

Die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gab am 17. Januar eine Pressemitteilung heraus, in der sie das Bienensterben und die von Bayer und Syngenta als Pestizide vertriebenen Neonicotinoide hinweist. Konkret geht es um Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam. Bereits 2008 starben im Südwesten Deutschlands 11500 Völker nach dem Einsatz von Clothianidin.

„In den Fällen, in denen es der EFSA möglich war, die Risikobewertungen abzuschließen, kam sie gemeinsam mit wissenschaftlichen Sachverständigen aus den EU-Mitgliedstaaten für alle drei Wirkstoffe zu folgendem Schluss:

  • Exposition durch Pollen und Nektar: Nur die Verwendung bei Nutzpflanzen, die für Honigbienen uninteressant sind, wurde als akzeptabel erachtet.
  • Exposition durch Stäube: Ein Risiko für Honigbienen bestand bzw. konnte nicht ausgeschlossen werden, mit einigen Ausnahmen, wie bei der Verwendung für Zuckerrüben oder Nutzpflanzen, die in Gewächshäusern angebaut werden, und bei der Verwendung einiger Granulatformen.
  • Exposition durch Guttation: Nur die Risikobewertung für mit Thiamethoxam behandeltem Mais konnte abgeschlossen werden. Hier zeigen Feldstudien eine akute Wirkung auf Honigbienen, die dem Wirkstoff mittels Guttationsflüssigkeit ausgesetzt waren.“
Zur Pressemeldung der EFSA

Artikel in der Süddeutschen Zeitung

Bayers heile Bienen-Welt

Nochmal zur Erinnerung: Bayer, das war die Firma, die die Agrarindustrie mit Pestiziden beliefert: Imidacloprid und Clothianidin. Beides hochwirksame Insektizide aus der Gruppe der Neonicotinoide – Nervengifte, die für das Bienensterben verantwortlich sind. Die Aufnahme allerkleinster Mengen genügt, um den Orientierungssinn der Bienen so zu stören, dass sie nicht mehr in den Bienenstock zurückfinden. Wir verlangen daher den kompletten Verbot von Neonicotinoiden in der Landwirtschaft.

Bei Bayer wird weiter hart an einer heilen Welt gearbeitet. Für jede Bienenkrankheit gibt’s ja eine Medizin! Und wenn diese die Bienen wieder krank macht, wird einfach die nächste erfunden. So kommt Geld in den Laden und wir sagen Danke für Perizin und Bayvarol und einen versauten Wachskreislauf.

Und tatsächlich kommt jetzt eine phantastische Innovation aus dem Hause Bayer CropScience in den Handel, die die die Kontamination des Wachses verhindern soll: Das… Bee Gate!! Die Bienen werden bereits beim Einlaufen in den Stock den Nervengiften Flumethrin und Coutmafos ausgesetzt, um sie so vor der Varroa Milbe zu schützen. Wir sind mindestens so ‚begeistert‘ wie all die lustigen Personen im zugehörigen Bayer-Propaganda-Video. Bitte genau hinsehen:

Weiterleitung zum Verein ‚Coordination gegen Bayer Gefahren‘

 

Guerilla Beekeeping

 

Quelle: http://www.boroughbees.com

Mittlerweile sehe ich München nur noch durch die ‚Wo wäre Platz für Bienen‘-Brille. Und obwohl wir über tolle Standplätze in der Stadt verfügen, kam mir neulich die Idee zu ‚Guerilla-Beekeeping‘ in München: Man könnte Bienen versteckt in Bäumen halten. Guerilla in der Stadt ist ja mächtig in derzeit, und hey, ich kann mich dem Zeitgeist eben nicht entziehen…

Dazu inspiriert hat mich dieser Artikel von Tim ONeil, der über Bienenhaltung in Äthiopien schreibt. Dort lässt man Völker in Röhren aus Schilf einziehen, die dann hoch in die Bäume gehängt werden. Die Röhren werden von innen mit Kuhdung abgedichtet. Schaut Euch Tims Artikel und die Bilder selbst an. Er beschreibt eine Honigernte. Das Problem bei diesen Bienenstöcken ist, dass Brut- und Honigraum nicht von einander getrennt sind und man bei der Ernte dann logischerweise Brut im Honig hat. Aber beim Guerilla-Beekeeping geht’s bestimmt nicht in erster Linie um den Honig, sondern vielmehr darum, Bienen eine Nisthilfe in der Stadt zu geben. Die Röhren aus Äthiopien sind auf jeden Fall eine coole Vorlage dafür. Man könnte sie einfach in die Bäume, optimalerweise immergrüne Nadelbäume hängen. Für die Varroabehandlung müsste man sich halt noch was überlegen, und dass es illegal ist, liegt ja in der Natur der Sache…

Über Tims Blog BoroughBees werde ich den kommenden Wochen mehr schreiben, wenn mich den Initiativen anderer Stadtimker widme.

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