EU-Verbot von drei Pestiziden steht zur Abstimmung

Leider kein umfassendes Verbot, leider nur auf bestimmte Pestizide beschränkt und das ganze nur zeitlich begrenzt: 15 EU-Staaten haben heute dafür gestimmt, drei Pestiziden für den Zeitraum von zwei Jahren zu verbieten. Zwei Jahre, die nicht dazu ausreichen werden, dass sich die Böden regenerieren können und in denen andere Gifte weiter legal versprüht werden dürfen. Die Nachricht in der Süddeutschen Zeitung:

Sie verlieren die Orientierung und können sich nicht mehr um den Nachwuchs kümmern: Pestizide haben verheerende Auswirkungen auf das Bienengehirn. Nun hat sich die EU dazu durchgerungen, bestimmte Pflanzenschutzmittel zu verbieten.

Gute Nachrichten für Umweltschützer und Imker: Für einen besseren Schutz von Bienen haben sich die EU-Mitgliedsstaaten mehrheitlich für ein Teilverbot von drei umstrittenen Pestiziden ausgesprochen. Angaben von EU-Diplomaten zufolge stimmten 15 Staaten für das Verbot, darunter auch Deutschland. Damit liegt die Entscheidung nun bei der EU-Kommission, die ein Verbot befürwortet.

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Deutschlandfunk: Über Bodenspekulationen mit deutschem Ackerland und die Auswirkungen auf die Landwirtschaft

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„Immer mehr Investoren und Kapitalgesellschaften kaufen landwirtschaftliche Flächen, vor allem in Ostdeutschland. Die Spekulationen auf den Boden verdrängen die herkömmliche Landwirtschaft, Bauern können sich das Ackerland nicht mehr leisten. Und die Monokulturen auf den Feldern zerstören die Umwelt.“

Spannender Beitrag vom 27.04.13 im Deutschlandfunk von Stefanie Müller-Frank.

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EU will Anbau von Obst und Gemüse in Gärten regulieren

Auf dem Bild seht Ihr übrigens Alkmeneeine Sorte des Apfels (Malus domestica) – genauer, eine Kreuzung aus ‚Cox Orangenrenette‘ und ‚Geheimrat Dr. Oldenburg‘. Die Sorte wurde 1930 am Institut für Acker- und Pflanzenbau in Müncheberg gezogen worden. Und darf nach Willen der EU schon bald nicht mehr privat legal angebaut werden.

So schreiben die Deutschen Wirtschaftsnachrichten heute:

Die Europäische Kommission will den Landwirten und Gärtnern in Zukunft die Verwendung von Einheits-Saatgut vorschreiben. Alte und seltene Sorten haben kaum Chancen auf eine Zulassung, ihr Anbau wird strafbar – auch wenn er im privaten Garten erfolgt.

Die EU-Kommission arbeitet an einer Neuregelung des europäischen Saatgut-Marktes in Form einer Verordnung. Damit wird eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs vom Juli 2012 verrechtlicht: Landwirte dürfen nur mehr amtlich zugelassenes Saatgut verkaufen. Bisher waren alte und seltene Saatgut-Sorten ausgenommen, die in althergebrachter Tauschwirtschaft gezüchtet und in meist kleinen Mengen gehandelt wurden. Geht es nach den Plänen der Kommission, dürfen Kleinbauern oder Privatleute  ihr selbst gezüchtetes Saatgut in Zukunft nicht einmal mehr verschenken.

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Volksstärke

Unsere Völker vergrößern sich zusehends. Die neuen Bienen des Jahres sind fleißig am Schlüpfen – die Durchlenzung ist in vollem Gange. Die alten Winterbienen werden nach der Brutpause im Winter endlich von den ersten geschlüpften Bienen des neuen Jahres abgelöst.

Dabei entwickeln sich die Völker teilweise recht unterschiedlich. Entsprechend müssen wir abschätzen, welche Arbeiten wir an der jeweiligen Beute vornehmen. Dabei wird die Stärke des jeweiligen Volkes abgeschätzt, der Vorrat an Futter und wieviele Brutzellen vorhanden sind.

Wer sich als angehender Imker darin schon mal üben möchte oder wem einfach nur langweilig ist, der kann auf die Seiten der Schweizerischen Eidgenossenschaft gehen und dort abschätzen, wieviele Bienen auf einem Rähmchen sitzen.

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Was blüht wann und wo?

Es grünt und sprießt. Die Knospen werden immer dicker und man meint sie platzen zu hören, wenn sich die Blätter und Blüten herausschieben. Je nach Wetterlage unterscheiden sich die Vegetationsperioden der Pflanzen allerdings in einer Region. Teils nur um wenige Tage, teils um Wochen. Aufschluss darüber, wann es wo blüht, gibt das sogenannte Blühpflanzenmonitoring.

Für uns Imker ist es wichtig zu wissen, wie weit sich die Natur in der Umgebung der Bienenstandplätze entwickelt hat, da dies direkte Auswirkungen auf die Völker hat. Je mehr blüht, desto mehr Nektar und Pollen kann eingetragen werden. Entsprechend müssen die Beuten mit Honigräumen erweitert werden. Das Fachzentrum für Bienen und Imkerei in Rheinland-Pfalz ermöglicht es, Naturbeobachtungen online zu übermitteln und so die Vegetationsphasen der Pflanzen deutschlandweit zu erfassen.

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„Seit dem letzten Jahr führen das DLR Fachzentrum für Bienen und Imkerei Mayen und die Agrarmeteorologie Rheinland-Pfalz deutschlandweit ein Blühphasenmonitoring durch. Hier werden Beobachtungen zum Blühbeginn, der Blühdauer und dem Blühende der wichtigsten Trachtpflanzen erfasst. Diese Daten werden zur Entwicklung der Bienenvölker und zur Varroaentwicklung in Beziehung gesetzt, um eventuelle Gesetzmäßigkeiten aufdecken zu können. Zudem können eventuelle Auswirkungen des Klimawandels auf die Bienen dokumentiert werden. Weiterhin wird es zukünftig auch möglich sein, Blühprognosen zu berechnen.
Erste aktuelle Meldungen zum Blühbeginn der Hasel sind bereits eingetroffen, deutlich früher als im letzten Jahr (was zunächst noch nicht zur Beunruhigung führen sollte).
Auf der Internetseite www.bienenkunde.rlp.de kann jeder seine Beobachtungen mit Angabe zum jeweiligen Pflanzenstandort eintragen. Auch besteht die komfortable Möglichkeit die Daten über ein Smartphone direkt aus der Natur zu senden. Dabei werden die Standort- und Höhendaten direkt mitgeliefert.“

Greenpeace fordert Verbot bienenschädigender Pestizide: Neue Studie veröffentlicht

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Greepeace hat heute einen neuen Bericht zum Bienensterben vorgestellt. Darin wird ein Verbot bienengefährlicher Pestizide gefordert, namentlich sind dies

  • Imidacloprid (Bayer)
  • Thiamethoxam (Syngenta)
  • Clothianidin (Bayer)
  • Fipronil (BASF)
  • Chlorpyrifos (Bayer, Dow Agroscience, u.a.)
  • Cypermethrin(SBM Développement, CPMA u.a.)
  • Deltamethrin (viele Hersteller)

Sofern der Kontakt mit den Mitteln nicht tödlich auf die Bienen wirkt, so treten lt. Studie Beeinträchtigungen der Bienen in den folgenden Bereichen auf:

  1. Physiologische Wirkungen, die auf verschiedenen Ebenen auftreten und beispielsweise als Entwicklungsrate (d. h. die bis zur vollen Entwicklung der Bienen benötigte Zeit) oder als Missbildungsrate (d. h. in den Zellen innerhalb des Bienenstocks) gemessen wurden.
  2. Störungen des Sammelmusters von Honigbienen, beispielsweise durch Auswirkungen auf Navigation und Lernverhalten.
  3. Beeinträchtigung des Sammelverhaltens durch Bienen abschreckende und zurückweisende Wirkungen so wie Einschränkung der olfaktorischen Fähigkeiten.
  4. Auswirkungen neurotoxischer Pestizide auf die für Insekten äußerst wichtigen Lernprozesse (d. h. Wiedererkennen von Blüten und Nistplätzen, räumliche Orientierung).
Zum Greenpeace-Bericht
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