Auf die Plätze, fertig… Robinie!

IMG_0006bea (Medium)Heute ist’s nochmal grau bei uns in München, nicht viel los an den Kästen. Ab morgen dann wieder Temperaturen um die 20° Celsius und volle Sonne.

Dass es die Tage etwas kühler war, hat für die Bienen absolut gepasst. Einerseits herrscht gerade Blühpause da draußen – oder Trachtlücke, wie der Imker sagt, andererseits hatten die Sammelbienen, die ja nicht ausfliegen konnten, endlich mal ein paar Tage lang Zeit, sich dem Eindicken des Nektars zu widmen, also Honig zu machen. Und je dicker der Nektar, je mehr Enzyme aus den Bienenmägen drin sind, desto intensiver schmeckt er, der Honig.

Nun wird es wieder warm, und es geht auch mit dem Blühen weiter. Die zweite von drei Massentrachten in der Stadt wartet auf die Bienen: die Robinie.

Anders als Linde, Eiche und Ahorn ist sie bei uns kaum bekannt. Dass der Volksmund nicht viel fabelhaftes an der Robinie findet, liegt wahrscheinlich daran, dass sie noch nicht seit Jahrtausenden bei uns wächst, sondern erst im 17. Jahrhundert von Nordamerika zu uns gebracht wurde. Sie wurde zunächst als Zierbaum in Paris gepflanzt, und Linné war so frei den Baum nach Jean Robin, dem Hofgärtner von Heinrich III. / Heinrich IV. und Ludwig XIII. zu benennen. Robin hatte Robinien aus Virginia mitgebracht und zwei Exemplare im Jardin des Plantes gepflanzt – die heute wohl ältesten Bäume von Paris.

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Die Robinie macht einen verdammt leckeren Honig. Viele kennen ihn als Akazienhonig. Eine Namensverwirrung. Ist die Robinie botanisch nicht mal verwandt mit der Akazie. Daher müsste der Honig eigentlich „Falscher Akazienhonig“ heißen. Das geht natürlich auch nicht.

Ich mag die Robinie sehr. Sie bildet wunderschöne Blütentrauben. Bei schwülwarmem Wetter taucht sie ganze Straßenzüge in einen süßlichen betörenden Duft. Für mich markiert ihr Blühen das Ende des Frühjahrs und den Beginn des Frühsommers. Erst sehr spät im Mai sprießen ihre feinen Blätter, die nur leise ja fast flüsternd rascheln, wenn der Wind hindurchfährt. Und doch hat die Robinie etwas sehr herbes an sich: durch die Dornen und ihre knorrige Rinde. Im Garten meiner Kindheit bin ich häufig barfuss in die Stacheln der Robinie getreten.

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Die Robinie ist extrem anspruchslos und mag es sandig. Kein Wunder, dass der Baum nicht mehr nur in Parks oder an den Alleen wächst. In Brandenburg gibt es richtige Robinienwälder! Imker wandern nach Brandenburg, um Robinienhonig zu ernten.

Das machen wir von der Honigpumpe nicht, denn glücklicherweise stehen viele unsere Kästen in München direkt an robiniengesäumten Straßen, etwa unsere Nymphenburger Bienen auf dem Dach des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder:

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Blick in die Romanstraße in Richtung Romanplatz am Montag:

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Tolle Robinienalleen direkt vor dem Fluglochhaben haben auch unsere Bienen in Giesing:

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Das war der aktuelle Blühbericht. Das nächste Update gibt’s, wenn die Linde loslegt.

Löwenzahn

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Ein schwül-warmer sonniger Maitag neigt sich dem Ende zu, und draußen geht ein kräftiger Gewitterregen runter. Nichts ist besser als Sonnenschein und feuchte Wärme. Ideale Voraussetzungen dafür, dass die Blüten Nektar bilden – und die Bienen ihn sammeln können. Die stärksten Völker haben bereits den ersten Honigraum gefüllt, der zweite ist halbvoll, den dritten habe ich heute aufgesetzt. Der Nektar, der jetzt eingetragen wird, steht als „Frühjahrsblüte“ ab Juli in den Läden. Löwenzahn, Ahorn, Obst ist drin und überhaupt alle Frühjahrsblüher, die die Bienen anfliegen.

„Honigräume“ – das sind die halbhohen Kästen, die auf den größeren Kästen (den „Brutkästen“) oben draufstehen. Dort tragen die Bienen den Nektar ein und arbeiten ihn zu Honig um (= Enzyme rein, Wasser raus). Sie lagern den Honig fern vom Flugloch ein – um es ihren Feinden, Wespen, Mäusen und Bären möglichst schwer zu machen, an den Honig zu kommen. Wer uns beim Imkern über die Schulter schauen möchte, muss allerdings nur oben den Deckel aufmachen und den Finger in die warmen Waben stecken, um eine Idee zu bekommen, wie die Frühjahrsblüte 2015 schmecken wird…