Darum ist Schwarmfang so aufregend…

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Eben noch rechts oben in der Hecke, jetzt auf dem Weg in die Kiste. Mein erster Bienenschwarmfang 2014.

Bienenschwärme zu fangen ist für mich mit das aufregendste an der ganzen Imkerei. Keiner weiß, wann und wo genau ein Schwarm aus dem Bienenstock rausgeht – und wie lange er im Anschluss hängen bleibt. Sammeln sich die Bienen weit oben? Oder kommt man gut und ohne Leiter ran?

Wenn man den Schwarm einsammelt, geht’s im Prinzip nur darum, die Königin in der Kiste zu haben. Der Rest des Volks schwirrt ihr im Anschluss bedingungslos nach. Allerdings erwischt man beim Eintüten nie alle Bienen, und die Königin kann halt drin oder draußen sein. Und erst nach zwanzig Minuten oder so stellt sich heraus, ob die Mehrzahl der Bienen in die Kiste oder wieder an den Baum wandert. Spannend!

Beim Schwarmfang gestern lief alles superglatt und einfach ab. Der Anruf kam aus der Birkenau. Ein mittelgroßer Schwarm hing gut erreichbar in der Hecke. Und mit einmal Ziehen am Ast landete der Großteil der Bienen in der Schwarmfangkiste. Offensichtlich war die Königin mit dabei, denn schon nach kurzer Zeit entschlossen sich alle Bienen, den Weg in die Kiste zu nehmen. Nach Sonnenuntergang war der Schwarm komplett im Kasten. Wunderbar.

Doof läuft’s, wenn der Schwarm nur schwer erreichbar hoch oben hängt. Manchmal kann dann noch die Feuerwehr heranfahren. Aber ehe die da ist, ist der Schwarm vielleicht schon weitergezogen… Oder man benötigt etliche Versuche, bis man die Königin tatsächlich in der Kiste hat. In den meisten dieser Fälle kann man die Schwarmfangkiste nicht gescheit unter dem Schwarm plazieren, und ein Teil der Schwarmtraube fällt neben die Kiste. Man selbst steckt im Anzug und schwitzt sich dumm und dämlich – oder man steckt nicht im Anzug und die Bienen fliegen einem zwischen Hemd und Hose … alles suboptimal.

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Fächern mit den Flügeln und ausgestreckter Bienenpopo himmelwärts: mit Duftstoffen signalisieren die auf der Kiste sitzenden Bienen ihren Schwarmgenossen in der Luft, wo sich die Königin befindet.

Ob alle Schwarmfänge in diesem Jahr so glücklich verlaufen wie gestern? Ich bin gespannt auf die Schwarmsaison 2014. – Dabei finde ich nicht nur das Schwarmfangen selbst total aufregend sondern auch, wie schnell ein solcher Schwarm seine neue Behausung mit Waben ausbaut. Kein vom Imker künstlich gebildetes Jungvolk legt eine solche Vitalität an den Tag wie ein Schwarm. Aber davon vielleicht ein anderes Mal mehr…

Auf Schwarmfang

Die Schwarmsaison hat begonnen, und meine Ausrüstung liegt ab jetzt parat im Auto. Als Inspiration für alle, die es mal selbst probieren wollen, hier ein kleines Videotutorial aus den Vereinigten Staaten von Amerika (ab Minute 1:00 wird’s interessant):

(Mit Dank an Ralf)

Schwarmalarm

Felix sitzt in diesem Moment bei unseren Völkern in der Maximilianstraße und wartet darauf, dass ein Schwarm abgeht. Ich hatte bereits das Glück, einem Volk beim Schwärmen beizuwohnen. Volk Nummer 7 im Glockenbachviertel wollte am Dienstag raus. Zum Glück in der Mittagspause.

Schwärmende Bienenvölker sind ein Naturschauspiel. Der Himmel, der Boden ist voll von Bienen, auf Imkerdeutsch heißt es, „der Schwarm fällt“.

Irgendwann sammeln sich die Tiere und hängen sich in einer Schwarmtraube auf. Da unsere Bienen bereits auf einem Dach stehen, hing auch der Schwarm entsprechend hoch, und ich musste die Feuerwehr um ihre Leiter bitten. Die, die dann kam, war nicht lang genug. Und dann kam noch ein zweiter Wagen. Und dessen Leiter hat mich dann hoch über die Dächer des Glockenbachviertels gehoben! Ich konnte der St. Maximilian in den Glockenturm schauen. Das war so atemberaubend, dass ich leider das Fotografieren über die Dächer vergessen habe…

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Na? Schwarm entdeckt? Oben, Mitte hat er sich gesammelt.

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Die Nummer 7 unserer Völker im Glockenbachviertel hat sich geteilt.

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…nicht mal die Mülltonnen mussten aus der Einfahrt genommen werden…

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Nach den nassen Tagen war das Schwärmen abzusehen. Die zwei Königinnen müssen schon eine ganze Weile zusammen im Volk gelebt haben. Und klar, dass der erste warme und sonnige Tag von einer Königin dazu genutzt wird, das Weite zu suchen…